Gründung des Samaritervereins Neuenkirch

 

So entstand der Samariterverein Neuenkirch...

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges empfahl der Schweizerische Samariterbund (SSB) den Gemeinden die Durchführung von Samariterkursen um im Katastrophenfall gewappnet zu sein. Im Januar 1941 meldete die Gemeinde Neuenkirch dem SSB 44 Teilnehmende zur Schlussprüfung des Samariterkurses an. Der ordentliche Kursbeitrag wurde jedoch nur unter der Voraussetzung gewährt, dass ein Samariterverein gegründet wird.

So wurde am 16. Februar 1941 im Gasthaus Sonne die Gründung des Samaritervereins Neuenkirch vollzogen. Der damalige Gemeindeschreiber Josef Troxler leitete die Versammlung mit den 34 Samariterinnen und Samaritern. Er begrüsste die Präsidentinnen der beiden Frauenvereine und bedankte sich bei ihnen für die massgebende Mitwirkung beim Zustandekommen des Samariterkurses. Einstimmig wurde damals die Gründung des Vereins und der Beitritt zum Schweizerischen Samariterbund beschlossen.

 

Aber es begann alles schon viel, viel früher...

...bei der Schlacht von Solferino in Italien...

Der Gründung des ersten Samaritervereins gingen geschichtlich relevante Situationen voraus, die in der Schlacht in der Gegend von Solferino in Oberitalien begannen. Es standen sich österreichische und französisch-sardinische Armeen gegenüber.

Henri Dunant, ein gebürtiger Genfer, hatte sich damals aus geschäftlichen Gründen in diese Gegend begeben und wurde Zeuge dieser mörderischen Schlacht. Tausende von Soldaten erlagen den Verletzungen aufgrund einer ungenügenden Sanitätshilfe.

Henri Dunant organisierte auf den Schlachtfeldern ein Hilfswerk. Er wusste die Bevölkerung der dortigen Gegend zu begeistern, den Verletzten ohne Unterschied der Nation Hilfe zu leisten. "Sono tutti fratelli" – "alle sind Brüder", haben jene lombardische Frauen ausgerufen. Diese Hilfe an unglücklichen Opfern ohne Unterschied der Nation oder der Sprache ist die Grundidee des Roten Kreuzes, das in der Folge von Henri Dunant gegründet wurde.

Mit Hilfe einiger Freunde gründete Dunant ein Komitee, das auf das Jahr 1863 eine vorbereitende internationale Konferenz in Genf einberief. An diesem Kongress, der von General Dufour präsidiert wurde, nahmen Persönlichkeiten aus fast allen damals bestehenden europäischen Staaten teil. Die Versammlung beschloss, an die Regierungen das Gesuch zu stellen, Hilfsgemeinschaften zu gründen, die freiwillige Helfer ausbilden sollten, damit diese in der Lage wären, bei kriegerischen Ereignissen den verwundeten Soldaten Hilfe zu leisten.

Auf Einladung des Schweizerischen Bundesrates fand ein Jahr später eine diplomatische Konferenz in Genf statt. Es nahmen daran bevollmächtigte Vertreter von 16 Staaten teil. Als Ergebnis der Beratungen wurde am 22. August 1864 die "Genfer Konvention betreffend der "Linderung des Loses, der im Felddienst verwundeten Militärpersonen" unterzeichnet. Dieses Abkommen wurde dann in den folgenden Jahren von allen wichtigen Mächten ratifiziert. Als Kennzeichen wurde zu Ehren der Schweiz unser Landeswappen mit umgekehrten Farben verwendet. So entstand aus unserem Schweizer Kreuz das rote Kreuz im weissen Feld.

In Bern fand auf Initiative des Sanitäts-Feldweibels Ernst Möckli im Winter 1884 / 1885 der erste Samariterkurs in unserem Land statt.

Im Anschluss an jenen ersten Samariterkurs wurde im Frühjahr 1885 der Samariterverein Bern als erster Samariterverein der Schweiz gegründet.

Und so nahm die Geschichte ihren Lauf. Unzählige Samaritervereine wurden anschliessend in der ganzen Schweiz gegründet.

Zur Zeit existieren 1'286 Samaritervereine.

Unsere Kollegen vom Deutschen Roten Kreuz und die Freiwillige Feuerwehr Konz/D


Gruppenfoto vor dem Start zum Sanitätsparcour in Buttisholz (im September 2004). Die Samariter von Neuenkirch nehmen mit dem DRK und der Freiwilligen Feuerwehr am Parcour teil.

Wie alles begann...

Im September 2000 fanden die Europäischen Sanitätswettkämpfe seit langem wieder einmal in der Schweiz, in Nottwil statt. Drei Samariterinnen aus Neuenkirch halfen an diesem Anlass bei der Planung und Realisierung der gestellten Unfallszenarien mit. Dort lernten sie ein paar fröhliche Fans vom Deutschen Roten Kreuz Konz kennen. Sie waren als Begleitgruppe (oder besser gesagt "Fan-Club") der Bundessieger Deutschland 1999 mit dabei. Selbstverständlich fand man untereinander, dass es unmöglich sei, keinen Kontakt mehr zu pflegen! Und so nahm die Geschichte ihren Anfang...

Und wie ging's weiter?

Unterdessen sind die "Schweizer" wie man die Neuenkircher Samariter beim DRK liebevoll nennt, jedes Jahr zu Besuch in Konz. Diese Kleinstadt liegt übrigens bei Trier, der ältesten Stadt Deutschlands und ist nur ca. 20 Autominuten von Luxemburg entfernt.

Bei den Besuchen in Konz durften die Samariter jeweils an den Regionalen Sanitäts-Parcours teilnehmen. Das erfüllte sie natürlich mit Stolz aber auch mit "Magensausen"... Und jedes Jahr (seit 2001) lernen sie wieder etwas mehr über Erste Hilfe dazu. Aber natürlich noch laaaaange nicht genug, dass man nicht mehr nach Deutschland fahren "müsste"!!!

An dieser Stelle muss unbedingt die Freiwillige Feuerwehr Konz erwähnt werden! Denn ohne sie wäre der Besuch in Deutschland schon gar nicht mehr zu denken...

Bereits beim ersten Besuch lernten die Neuenkircher die aufgestellten Männer dieser besagten Feuerwehr kennen. Vom ersten Augenblick an "flog der Funken" auf beiden Seiten. Und seit dann ist es klar, dass zu dem DRK auch immer die Freiwillige Feuerwehr dazu gehört!

Das DRK und die Freiwillige Feuerwehr Konz kamen natürlich auch bereits auf Besuch in die Schweiz. Sie nahmen am Regionalen Sanitätsparcour in Neuenkirch (2002) und in Buttisholz (2004) teil. Sie hinterliessen bei allen Besuchern und Teilnehmern sehr grossen Respekt. Man staunte, welch grosses Wissen sie in der Ersten Hilfe mitbringen.

Die Samariter freuen sich bereits jetzt auf die nächste Reise nach Deutschland!!

 

 

Unser Partnerverein "Samariterverein Lauterbrunnen/BE"

 



Fröhliches Beisammensein im September 2004. Die Samariter aus Lauterbrunnen besuchen die Neuenkircher.

Wie alles begann...

An der EXPO-02 waren drei Samariterinnen eine Woche im Sanitätseinsatz und lernten zwei Samariterlehrer aus Lauterbrunnen kennen. Der tägliche Frühstücks-Treff vor dem Einsatz war für alle erfrischend und so motivierend, dass sie beschlossen, auch nach der EXPO in Kontakt zu bleiben und so begann die Geschichte...

...Nach der Rückkehr zu ihren Samariter-Kolleginnen und –Kollegen wurde in den Vereinen gegenseitig beschlossen, den Kontakt zu vertiefen und künftig den anderen Verein als "Partnerverein" zu betrachten. Die Partnerschaft sollte gepflegt werden mit gemeinsamen Übungen und Unterstützung bei Sanitätsdienst-Einsätzen.

2003 wurde der Samariterverein Neuenkirch nach Lauterbrunnen zur Generalprobe für die Feldübung eingeladen. Im darauf folgenden Jahr besuchte der Samariterverein Lauterbrunnen die Neuenkircher. Und so begann diese "überregionale Zusammenarbeit". Jedes Jahr treffen sich die Vereine zu einer gemeinsamen Übung, einmal in Lauterbrunnen, einmal in Neuenkirch.

Die Neuenkircher helfen seither auch bei Sanitätseinsätzen in Lauterbrunnen mit. So zum Beispiel am Jungfrau-Marathon oder beim Inferno-Triathlon. Diese Einsätze sind eine Bereicherung für die Neuenkircher, denn so grosse Sport-Anlässe finden in ihrer eigenen Gemeinde selten statt.